stillstand

der winter
fliegt mit dem wind
von baum zu baum
schüttelt die nackten
äste, zweige
oder sind es unsichtbare
peitschenhiebe
die er austeilt, als wollte er
sie bestrafen

ich berühre einen stamm
spüre den stillstand, die kälte
unter der rissigen rinde

doch ganz leise höre ich noch
das leichte herbstrascheln
seiner rotgolden blättern,
die er verlieren musste
im ewigen kreislauf
der zeit

 

©wortzeitlos

du bist die wärme

dein lächeln
hinter bezaubernden
blicken stumm verehrt
jedes nicht gesagte wort ist
wie ein flügelschlag
heimkehrender vögel

deine nächte
mit tanzendem verlangen
gefüllt, endlich bist du hier –
die novemberkälte
verliert sich in der nacht

du bist die wärme
auf meiner haut im spätherbst
während die bäume um das haus
langsam im nebel verschwinden,

 

ohne zu klagen

 

©wortzeitlos