im dunkel des vergessens

die mühlen
des lebens mahlen.

mahlen langsam,
stunde für stunde
jahr für jahr
mahlen die zeit –

sie wird zu staub,
der wind fängt ihn auf
verstreut ihn über die meere,
unter den wellen versinkt er
in der tiefe
im ewigen dunkel
des vergessens,
unter dem sand

die mühlen des lebens
zermahlen erinnerungen
zermahlen glück
zermahlen leid
sehnsucht und träume
die stimmen,
die aufbegehrten

was bleibt
vom dasein übrig,
was bleibt von einem
menschenleben
zurück?

 

©wortzeitlos

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müde worte

verblasste zeilen,
müde worte in ihren
letzten atemzügen,
das papier, auf dem
sie stehen, zerbrechlich,
eingerissen

ich habe sie zu oft
gelesen –

 

deine briefe
aus einer anderen
zeit

 

©wortzeitlos

durch alle schichten

sag mir nicht
woher du mich
kennst

sag mir nur,
was du siehst
wenn deine blicke
in meinen versinken
und den tiefsten grund
in meinem inneren
berühren

oh, wie lange bin ich
gewandert
durch alle schichten
meines wesens
und das wahre in mir
doch nicht gefunden –

 

noch nicht

 

©wortzeitlos

seelenmeer

sterne der nacht
in deiner hand
wenn sie meine
wangen berührt
küssen die sterne
meine lippen

sanft, wie du

 

sanft ruht die nacht
auf meiner haut
prickeln deine worte
und segeln auf unserem
stillen seelenmeer
durch den nebel
der zukunft

nicht länger
suchend

 

©wortzeitlos

 

zwischen gestern und heute

war etwas gestern
noch neu,
ist es heute alt

war es gestern
noch liebe
ist es heute schmerz

zwischen gestern
und heute
geht die sonne unter
geht die sonne auf
was gestern war,
ist es heute nicht mehr –

bloß die erloschene
flamme eines augenblicks

 

©wortzeitlos

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