noch nicht verloren

ein denker oder dichter
mit regennassen papieren
auf den knien
liest seine verwaschenen worte
auf schmutzigweißen seiten

eine zerdrückte bierdose
vor seinen füßen
dem wuchernden unkraut
zum opfer gefallen
die stille des verlassenen ortes
lässt das unkraut schneller wachsen –
aber nicht mehr lange

motorengeräusch in der nähe
aufheulende arbeitswut
weist die wild gewordene natur
in ihre schranken
es gibt hier noch spuren
vom leben,
es gibt hier noch worte –
der verlassener ort ist
noch nicht ganz verloren.

 

©wortzeitlos

 

flammentanz

bäume brennen
im flammentanz
der rauch malt
die wolken schwarz
das wasser ist weit
von weit hergebracht
herabstürzende
wasserstrahlen
sind tropfen auf dem
heißen stein

die steine bleiben heil
mit asche bedeckt
schwarz wie wolken
in rauch gekleidet
die asche der bäume
ruht auf den steinen

wälder verschwinden

 

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