erkundungsreise

groß und dunkelblau
von sternen triefend
hängt die nacht über mir
wie ein unendlich weites,
feingewebtes laken

ich spüre ihre
grenzenlose leere
in meinen adern pochen
in meinem herzen klopfen
und wie meine seele
in meinen träumen
in diese tiefe dunkelheit
ausschwärmt, um die
ewigkeit der sterne
zu erkunden

 

©wortzeitlos

in die stille getaucht

als du im sommer
am teich kleine steine
über das wasser hüpfen ließt
zählten wir die kreise
an der oberfläche
des wassers

du lachtest und
jeder kreis war ein lachen,
das langsam verebbte
als die kringel geräuschlos
verschwanden

und dann war der teich
in die stille getaucht
von sommerschwüler
luft umweht
als der abend leise
die pforten des tages schloss,
und den dunklen himmel
mit sternen besprühte

einen großen
silbernen kreis zeichnete er
mit dem gesicht des mondes voll
und der teich leuchtete
wie deine augen
im licht der träume.

©wortzeitlos

eingefroren

die gärten deines himmels
sind kreisenden, ermüdeten
ewigkeiten erlegen
es blüht keine hoffnung,
kein mut

das streben nach mehr ist
von wundern vergessen,
träume in matten
hoffnungsschimmern
eingefroren
starr geworden
sie berauschen nicht mehr

 

©wortzeitlos

morgenröte

morgenröte küsst
die wolken wach
träume fallen
in den schoß
der zart gewebten stille

schutz suchend
vor dem alltagsgefecht

und
vor dem vergessen

 

©wortzeitlos

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