fremd ist die nacht
ohne mondglanz
voll dunkler ahnung
schemenhaft sind
die konturen
nackter zweige
vom frühling noch
nicht berührt,
noch nicht wachgeküsst
die seele träumt
von frühlingsklängen,
vom blühen und
vom neubeginn
©wortzeitlos
–
fremd ist die nacht
ohne mondglanz
voll dunkler ahnung
schemenhaft sind
die konturen
nackter zweige
vom frühling noch
nicht berührt,
noch nicht wachgeküsst
die seele träumt
von frühlingsklängen,
vom blühen und
vom neubeginn
©wortzeitlos
–
wintermüde treiben
kleine eisschollen
im fluss
eine frühlingsbrise
berührt streichelzart
mein gesicht –
die schwere (in mir)
schmilzt dahin
©wortzeitlos
–
graublauer
dämmerhimmel
über mir
verwelktes laub
unter meinen füßen
im wald atmet
der nachmittag stille
meine atemzüge
nesteln an den
nackten, brüchigen
zweigen,
bis die stille sie
für immer
verschlingt
©wortzeitlos
–
der winter
fliegt mit dem wind
von baum zu baum
schüttelt die nackten
äste, zweige
oder sind es unsichtbare
peitschenhiebe
die er austeilt, als wollte er
sie bestrafen
ich berühre einen stamm
spüre den stillstand, die kälte
unter der rissigen rinde
doch ganz leise höre ich noch
das leichte herbstrascheln
seiner rotgolden blättern,
die er verlieren musste
im ewigen kreislauf
der zeit
©wortzeitlos
–
der frühling ruft nicht
der sommer ruft nicht
längst sind sie verstummt
die blumen verblichen
die vögel fort
ich aber rufe nach dir
spähe hinter jeden baum
blicke zu den wolken
und meine sehnsucht
bohrt sich in den
grauen nebel
auf der suche
nach dir
©wortzeitlos
–
weiß sind die wiesen
im winter
unter dem schnee
schwarze raben
suchen nahrung
und finden nichts
die sonne küsst
den horizont
ihr licht verglimmt
hinter kargen bäumen
weit, ganz vorn
bald sehe ich
die raben nicht mehr
so schwarz ist die nacht
auch ich habe nicht gefunden,
was ich suchte, überall
suche das glück ist
die nahrung
für meine seele
©wortzeitlos
–