in die stille getaucht

als du im sommer
am teich kleine steine
über das wasser hüpfen ließt
zählten wir die kreise
an der oberfläche
des wassers

du lachtest und
jeder kreis war ein lachen,
das langsam verebbte
als die kringel geräuschlos
verschwanden

und dann war der teich
in die stille getaucht
von sommerschwüler
luft umweht
als der abend leise
die pforten des tages schloss,
und den dunklen himmel
mit sternen besprühte

einen großen
silbernen kreis zeichnete er
mit dem gesicht des mondes voll
und der teich leuchtete
wie deine augen
im licht der träume.

©wortzeitlos

flammentanz

bäume brennen
im flammentanz
der rauch malt
die wolken schwarz
das wasser ist weit
von weit hergebracht
herabstürzende
wasserstrahlen
sind tropfen auf dem
heißen stein

die steine bleiben heil
mit asche bedeckt
schwarz wie wolken
in rauch gekleidet
die asche der bäume
ruht auf den steinen

wälder verschwinden

 

©wortzeitlos

die zweisamen

die einsamen sind
in ihrem schweigen
allein aber frei
sie hätten viel zu sagen

die zweisamen sind
in ihrem schweigen
gefangen
sie haben sich
nichts mehr zu sagen

worte trennten sie eher,
als sie zusammenzuschweißten

wenn sie ihr schweigen
brechen würden
sähen sie, wie fremd sie
einander geworden sind
und auch die tiefen gräben
zwischen ihnen, die sie
mit ihrem schweigen
selbst gruben

dort, in der tiefe liegen
viele ihrer worte, die
nie mehr auferstehen
werden

 

©wortzeitlos