durch alle schichten

sag mir nicht
woher du mich
kennst

sag mir nur,
was du siehst
wenn deine blicke
in meinen versinken
und den tiefsten grund
in meinem inneren
berühren

oh, wie lange bin ich
gewandert
durch alle schichten
meines wesens
und das wahre in mir
doch nicht gefunden –

 

noch nicht

 

©wortzeitlos

waldstille

graublauer
dämmerhimmel
über mir
verwelktes laub
unter meinen füßen

im wald atmet
der nachmittag stille
meine atemzüge
nesteln an den
nackten, brüchigen
zweigen,
bis die stille sie
für immer
verschlingt

 

©wortzeitlos

seelenmeer

sterne der nacht
in deiner hand
wenn sie meine
wangen berührt
küssen die sterne
meine lippen

sanft, wie du

 

sanft ruht die nacht
auf meiner haut
prickeln deine worte
und segeln auf unserem
stillen seelenmeer
durch den nebel
der zukunft

nicht länger
suchend

 

©wortzeitlos

 

zwischen gestern und heute

war etwas gestern
noch neu,
ist es heute alt

war es gestern
noch liebe
ist es heute schmerz

zwischen gestern
und heute
geht die sonne unter
geht die sonne auf
was gestern war,
ist es heute nicht mehr –

bloß die erloschene
flamme eines augenblicks

 

©wortzeitlos

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leuchtende güte

das böse dunkel
versteckt sich
in deiner seele

aber in deinem herzen
leuchtet güte,
golden schimmern
die funken der liebe

deine worte fallen
wie warme
sommerregentropfen
auf meine haut

 

©wortzeitlos

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stumme einsamkeit

wenn du jetzt jemanden
zum reden hättest
würden die worte
dich aus der einsamkeit
reißen,
sich an den gedanken
des anderen festklammern,
um in ihm nachzuhallen,
ihn zu bleiben zwingen

damit neue worte,
die in dir reifen
nicht mehr
in die nachtschwarze
leere der einsamkeit
fallen

ohne gehört zu werden

 

©wortzeitlos

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