leblose worte

unter den trümmern
unseres schweigens
liegen leblose worte

glaub mir,
es lohnt sich nicht,
sie wiederzubeleben –

wir würden
nicht mehr verstehen,
was sie uns jetzt noch
sagen wollten

 

©wortzeitlos

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dunkle düfte

dunkle düfte der nacht
umkreisen meine
erinnerungen
und schlängeln sich
durch die zeiten

ihr weg ist lang,
manchmal für
sekunden ins licht
getaucht –

von einem blitz der
freude oder des glücks
erhellt

 

manchmal

 

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stillstand

der winter
fliegt mit dem wind
von baum zu baum
schüttelt die nackten
äste, zweige
oder sind es unsichtbare
peitschenhiebe
die er austeilt, als wollte er
sie bestrafen

ich berühre einen stamm
spüre den stillstand, die kälte
unter der rissigen rinde

doch ganz leise höre ich noch
das leichte herbstrascheln
seiner rotgolden blättern,
die er verlieren musste
im ewigen kreislauf
der zeit

 

©wortzeitlos

in deiner unendlichen stille

die stille schleicht
um meine gefühle
will sie in die arme
schließen, sie trösten

doch du bist noch da
in meinen gedanken
obwohl ich dich nicht
mehr sehe
verlassen hast du
die welt
in der ich lebe

gefaltet ruhten deine hände,
weiß wie kalk auf deiner brust
sie haben stille geatmet
für dich, aber gesehen
haben sie nichts

mich nicht
und nicht die trauer
meiner seele
auch die tränen nicht,
die leise auf deine wangen
tropften, in deiner
unendlichen stille
sich sammelten,
deine spuren
in sich aufnahmen

uns für immer
miteinander verbanden

 

©wortzeitlos

erinnerungen

der stall im dorf
die schafe des nachbars
das blöcken beim scheren
das geruch der angst
das geruch feuchter wolle

das glockengeläut
der kirche am sonntag
(weckte uns immer)

der postbote
das tägliche läuten
an der tür
die fliegen in der küche
im sommer

der dunst am morgen
kam vom wald
dein kuss
als du morgens
das haus verließt
kam von herzen
und dein lächeln
war liebe

 

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gedankenwache

gedanken halten
mich wach
von der nacht draußen
strömt immer mehr
dunkelheit ins zimmer
konturen verlieren sich
in ihren eigenen schatten

nur die gedanken
springen hin- und her
halten sich an worten fest
die wie haken,
an den wänden hängen –
dort hatten sie sich einst
verfestigt, sich selbst befestigt
als stumme klagen
über meine lippen kamen

oder waren sie doch zu laut,
in worte gekleidet habe ich
sie gegen die wand
geschleudert vor lauter wut
auf mich selbst,
auf das leben –

 

auf dich, der mich
einst verließ

 

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