blinder spiegel

der winter reist
um meine seele
um mein herz

hält einzug
zwingt mich zur einkehr
in das tiefe innere zu blicken
wo sonst nur frühling,
sommer daheim sind

der winter
drängt sich dazwischen
lässt die blüten erfrieren
das blühen erstarren
gräbt alles um
will mir zeigen
dass neben wärme
auch kälte
in mir wohnt
gleichgültigkeit
verzweiflung
und wut
auf mich selbst

alle im blinden spiegel
meiner seele verborgen –

da blicke ich nicht gern
hinein

 

©wortzeitlos

Gedankensplitter: das Ego

Was ich mir von der Evolution wünschen würde: das Ego der Menschen möge sich bis zur Unkenntlichkeit zurückentwickeln. Für viele wäre es ein Segen, für viele der Untergang, wortzeitlos blog

bild&text: wortzeitlos

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sehnsucht

der frühling ruft nicht
der sommer ruft nicht
längst sind sie verstummt
die blumen verblichen
die vögel fort

ich aber rufe nach dir
spähe hinter jeden baum
blicke zu den wolken
und meine sehnsucht
bohrt sich in den
grauen nebel

auf der suche
nach dir

 

©wortzeitlos

nicht gesucht

wie dein haar
voller sonne glänzte
und das lied der liebe
in deinen augen
erklang
damals, als ein wunder
vom himmel fiel,
uns fast erschlug

wir taten nichts dafür
wir suchten nicht nach ihm

wir wagten es
nicht mehr –
zu viele narben
hinderten uns daran
und auch wunden,
die immer noch pochten
vor unvergessenem
schmerz

 

©wortzeitlos

die pracht der nacht

die schwere blaue
pracht der nacht
blüht im dunkel
deiner seele
wie eine nachtviole
verströmt sie ihren
duft in deinen poren
und unter der haut

wenn du mich umarmst
spüre ich die schwere
der nacht

wenn du mich küsst
rieche ich den
köstlichen duft

wenn du die augen schließt
fällt das dunkel von dir ab
und deine seele blüht auf

 

©wortzeitlos

nur wir zwei

wie eine
schimmernde hülle
legt sich der
nachthimmel
voller sterne um mich
ich lasse dich hinein,
unter das leuchtende
sternenzelt

sag nichts,
bleib still –

nur wir zwei
gegen das dunkel
der welt.

 

©wortzeitlos