von stern zu stern

im worthof des mondes
leuchten die schatten
der worte
von farbigen kränzen
umfasst

die worte wandern
durch die nacht,
von stern zu stern
immer tiefer
in das dunkel hinein

nur ihre schatten
leuchten noch –
die worte aber kehren
nicht mehr zurück

 

©wortzeitlos

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all die zeit

wie schmelzendes eis
auf heißem stein
zerrint der sinn
des lebens
zwischen den fingern
wenn all die zeit
geflossen ist

der fluss
das meer längst
erreicht und die zeit,
die du hattest,
darin versinkt
bis zum grund
und all deine gedanken
und worte
ins vergessen spült …

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©wortzeitlos

fragen und farben

fragen
von gestern
bekommen
neuen anstrich
der morgen
übermalt
das gestern
und heute

das bunte
verschwindet,
der klang
der worte
verstummt

immer mehr …

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©️wortzeitlos

blumen, natur, frühling, garten, farben

Foto: wortzeitlos

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distanz wahrend

(lautlose) stimmen
der einsamkeit
jenseits von abgeschlossenen
türen,
jenseits von abgeschotteten
existenzen
angstvolle distanz wahrend

die furcht vor ansteckung
überlebt alle hoffnung
wenn sie (zuletzt) stirbt,
bleibt nur die furcht.

 

©wortzeitlos

blumen, natur, frühling, garten,

Foto: wortzeitlos

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ein baum, ein see

ein baum,
etwas einfaches
das lebt und atmet
und ein see
wie ewiger raum
inmitten der welt –
über all das
thronen die götter
am himmel

oder

das schicksal
mit seinem
unsichtbaren plan –

für den baum,

für den see,

für uns …

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©wortzeitlos

fast

staunend
ist
deine freude
für zwei
warme sekunden
berühren unsere
hände

dann:
sekundenglühen
auf unseren
lippen

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©️wortzeitlos