schattennacht

die stunden alterten
schnell
an diesem tag
und auch die schatten
in der sonnigen ecke

ich spürte ihren
langen atem –
verbraucht, staubig
tummelten sich
auf kleinstem raum

dann kam der abend
und vertrieb die schatten
in die dunkelheit hinaus
sie folgten den lockrufen
der nacht, ihre atemwolken
zurücklassend

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©️wortzeitlos

blumen, frühling, natur, garten

Foto: wortzeitlos

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endlose nacht

in endloser nacht
taut die liebe auf
schmilzt auf der haut
oh, endlose nacht!

das herz liest gedichte
in den blicken,
zählt die küsse
brennende hände
tasten nach liebe

doch sie schmilzt
und verflüchtigt sich
in der dämmerung
der morgen küsst uns
schweigen auf die lippen –
diese nacht war
bloß ein traum.

.

©wortzeitlos

am märzhimmel

am märzhimmel
wandern die wolken –
sind leicht und wandern
auf pfaden mit
sonnenstrahlen gesäumt
wandern auf warmen,
himmelblauen wegen
bis zur abenddämmerung

dann wandern meine
träume durch die nacht,
auf unsichtbaren wolkenspuren
bis der morgen erwacht.

 

©wortzeitlos

 

das licht in dunkler ferne

die zeit umkreist
den kern,
der in tiefster lage
unter aller schichten
atmend schweigt

die ringe um ihn
werden größer, weiter
der atem schwerer,
durchtränkt mit träumen
und sehnsucht

noch scheut der kern
das licht in dunkler ferne
noch strebt er nach leben
und sucht das wahre,
das tiefe wissen über sich selbst –

doch die zeit zieht ihre kreise,
dem licht entgegen,
ins unendliche meer
der vergänglichkeit
hineinfließend …

 

©wortzeitlos

 

noch nicht verloren

ein denker oder dichter
mit regennassen papieren
auf den knien
liest seine verwaschenen worte
auf schmutzigweißen seiten

eine zerdrückte bierdose
vor seinen füßen
dem wuchernden unkraut
zum opfer gefallen
die stille des verlassenen ortes
lässt das unkraut schneller wachsen –
aber nicht mehr lange

motorengeräusch in der nähe
aufheulende arbeitswut
weist die wild gewordene natur
in ihre schranken
es gibt hier noch spuren
vom leben,
es gibt hier noch worte –
der verlassener ort ist
noch nicht ganz verloren.

 

©wortzeitlos

 

herzschwer

viele leben sind
zerbrochen
liegen wie scherben
auf steinigen wegen
herzschwer in
letzten atemzügen

das dunkel einsamer
nächte schwebt
über sie und glättet
ihre spuren

 

©wortzeitlos