das ungewisse

von dem wind getragen
herzbang und atemschwer
schlagen die
gebrochenen flügel –

ob die zukunft sie heilt?

stunden pendeln
hin und her
alte zeitrinden
berührend –

aber dann,
aus ihrer bahn geworfen
durchbrechen sie
die mauer der zukunft,
landen im schoß
des ungewissen
mit angstfurchen
bedeckt

©wortzeitlos

wintermüde

wintermüde treiben
kleine eisschollen
im fluss
eine frühlingsbrise
berührt streichelzart
mein gesicht –

die schwere (in mir)
schmilzt dahin

©wortzeitlos

weggehen

mein gehen
auf meinen wegen
ist ein weggehen,
fort von allem, das mir
die luft aus den
lungen presst

öfter als ein hingehen
zu allem, das großes sucht
und doch nicht findet

©wortzeitlos

harmonie

sternenschön ordnet
die nacht die stunden
zwischen allen gestirnen

die sonne längst abgehängt
und das lächeln des tages
in die flucht geschlagen,
thront die nacht in
dunkler harmonie

 

und besänftigt
die gemüter

 

©wortzeitlos

im dunkel des vergessens

die mühlen
des lebens mahlen.

mahlen langsam,
stunde für stunde
jahr für jahr
mahlen die zeit –

sie wird zu staub,
der wind fängt ihn auf
verstreut ihn über die meere,
unter den wellen versinkt er
in der tiefe
im ewigen dunkel
des vergessens,
unter dem sand

die mühlen des lebens
zermahlen erinnerungen
zermahlen glück
zermahlen leid
sehnsucht und träume
die stimmen,
die aufbegehrten

was bleibt
vom dasein übrig,
was bleibt von einem
menschenleben
zurück?

 

©wortzeitlos

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müde worte

verblasste zeilen,
müde worte in ihren
letzten atemzügen,
das papier, auf dem
sie stehen, zerbrechlich,
eingerissen

ich habe sie zu oft
gelesen –

 

deine briefe
aus einer anderen
zeit

 

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