spuren

ich blicke auf die felder
auf die endlose weite vor mir
nackt, abgeerntet
sind die felder der blühenden
zeit des sommers
ein fleckchen erde
unter meinen füßen
ist die ganze welt

die felder, die welt
gehören mir nicht
aber ich gehöre dazu

ein sonnenstrahl bohrt sich
durch die wolken
es ist nicht meine sonne
sie gehört mir nicht
doch sie scheint auch
für mich

uns gehört hier nichts
wir reisen nur durch die zeit
durch die felder, durch die welt

wir hinterlassen spuren
wir hinterlassen schmutz

irgendwann vielleicht
wird keiner mehr sehen
dass wir hier gewesen sind
unsere spuren
unseren schmutz

vielleicht werden sie
irgendwann unter fluten
begraben sein
wir, der schmutz
die ausgedörrten felder,
die spuren verbrannter
wälder

 

die welt

 

©wortzeitlos

#blackfridayforfuture

zeitlos

die zeit verläuft
auf deinem gesicht
wie schminke
unter tränen
eine landschaft mit
gräben, flecken, linien,
unebenheiten
malt dir die zeit
auf dein gesicht

es sind spuren der reife,
sagst du
die falten, die altersflecke
die roten adern
die unreinheiten –
so kommt es immer,
ob du es willst oder nicht

und doch war dein gesicht
noch nie so rein,
so lichtdurchflutet
hinter der trüben iris
ist ein leuchten,
da strahlt ein wissen

wenn deine lider
sich für immer schließen
werden zwei sterne für mich
jede nacht leuchten
von wo auch immer ich
nach oben blicke

 

©wortzeitlos

sehnsuchtsvoll

sehnsuchtsvoll ist die zeit
zwischen schillernden zeilen
geschrieben
vom leben selbst

zu einer möglichen nähe
muss man sich bekennen
oder seine worte verstecken
bis die gedanken schweigen

 

©wortzeitlos

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