versteckt

deine augen
spiegeln die wege
meines wesens wider
holen meine gefühle
aus dem dunklen
herzkeller hervor

ich hatte sie dort
für lange zeit versteckt
nicht gewagt, sie zu
berühren –
doch ihr lautloser atem
begleitete mich
auf allen wegen

 

 

©wortzeitlos

unerreichbar

an manchen tagen
ist die welt zu laut,
voller kampf und leid,
heimatlosigkeit und
angstschrei

an solchen tagen
sind schöne worte
auf der flucht,
unerreichbar für
die poesie des lebens –
für die poesie
in mir

.

©wortzeitlos

das ungewisse

von dem wind getragen
herzbang und atemschwer
schlagen die
gebrochenen flügel –

ob die zukunft sie heilt?

stunden pendeln
hin und her
alte zeitrinden
berührend –

aber dann,
aus ihrer bahn geworfen
durchbrechen sie
die mauer der zukunft,
landen im schoß
des ungewissen
mit angstfurchen
bedeckt

©wortzeitlos

im dunkel des vergessens

die mühlen
des lebens mahlen.

mahlen langsam,
stunde für stunde
jahr für jahr
mahlen die zeit –

sie wird zu staub,
der wind fängt ihn auf
verstreut ihn über die meere,
unter den wellen versinkt er
in der tiefe
im ewigen dunkel
des vergessens,
unter dem sand

die mühlen des lebens
zermahlen erinnerungen
zermahlen glück
zermahlen leid
sehnsucht und träume
die stimmen,
die aufbegehrten

was bleibt
vom dasein übrig,
was bleibt von einem
menschenleben
zurück?

 

©wortzeitlos

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müde worte

verblasste zeilen,
müde worte in ihren
letzten atemzügen,
das papier, auf dem
sie stehen, zerbrechlich,
eingerissen

ich habe sie zu oft
gelesen –

 

deine briefe
aus einer anderen
zeit

 

©wortzeitlos

dunkle düfte

dunkle düfte der nacht
umkreisen meine
erinnerungen
und schlängeln sich
durch die zeiten

ihr weg ist lang,
manchmal für
sekunden ins licht
getaucht –

von einem blitz der
freude oder des glücks
erhellt

 

manchmal

 

©wortzeitlos