ein anderes leben

ein anderes leben
wünschen
so, wie wolken
sich verändern

in der nähe zum wasser
hast du gebaut
dort, wo
welt-sehnsucht-tränen
fließen

hörst du die flügelschläge
am himmel, über dem meer?

das rauschen des meeres
beflügelt – lach!
der gesang deines lachens
verklingt im brechen der wellen

rauch steigt auf zu den wolken
hinter dir brennen die wälder
die nähe zum wasser schwindet
aber die fluten retten dich –

wenn Er da oben es so will

 

©wortzeitlos

eingefroren

die gärten deines himmels
sind kreisenden, ermüdeten
ewigkeiten erlegen
es blüht keine hoffnung,
kein mut

das streben nach mehr ist
von wundern vergessen,
träume in matten
hoffnungsschimmern
eingefroren
starr geworden
sie berauschen nicht mehr

 

©wortzeitlos

morgennebel

der mond macht süchtig
der schmerz lodert
im feuer der begierde

im fahlen licht des morgens
schwebt nebel über den feldern

warte nicht auf die sonne
lass dein herz umhüllen
vom nebel legt sich heilend
auf deine wunden

 

©wortzeitlos

südwind

kälte sickert
durch die ritzen des lebens
duftende sterne trösten seelen
schwäne in fluchtangst
flattern über dem wasser

ein kuss fliegt
mit dem südwind
herbei und ein
stummer schrei
aus düsteren zeiten
erinnert an die sehnsucht
von einst

 

©wortzeitlos

 

das leben schaukelt

ich stehe unter dem mond
sein licht ruht auf mein gesicht
irgendwo ist ebbe oder flut

das leben schaukelt
mit den wellen
einmal oben
einmal unten
ich spüre sein rhythmus
mit deinem herzschlag
in meinem atem
liegt die stille der nacht

was weiß der mond
über dich und mich

er verbindet uns
und der augenblick
pocht unter unserer haut

 

©wortzeitlos

Photo by Ricardo Esquivel on Pexels.com

ohne spur

du brichst ein
brichst in mein leben ein
ohne sichtbare spur
nimmst meine
gefühle in geiselhaft
hältst die zeit an
lenkst mein leben
in eine andere bahn
dort, wo sich das glück
anbahnt

lass uns nie mehr
diese spur wechseln
das glück liegt
direkt vor uns

 

©wortzeitlos

Photo by Darwis Alwan on Pexels.com